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Bénin No. 3

Weihnachten in Bénin

Der Advent wird hier nicht richtig gefeiert. Weihnachten ist zwar ein riesen Fest aber das ist dann auch einfach da. Da gibt es nichts groß mit ‚Einstimmung‘. Weihnachten selbst hat uns dann erst auf den Boden geholt. Am 24. war nichts vom kommenden Weihnachtsfest zu bemerken, außer, dass es geplant war abends in den Gottesdienst zu gehen. Dieser sollte um 20 Uhr losgehen und mit allen Kindern besucht werden. Es sollte also ... Klicken um den aktuellen Bericht zu lesen...

Liebe Gemeinde,

Bevor überhaupt der neue Gemeindebrief in den Druck gegangen ist, lesen Sie hier bereits den aktuellsten Bericht von Antonia Syhre. Da es leider der Umfang des Gemeindebriefes nicht zulässt Ihnen alles abzudrucken, haben wir uns dazu entschlossen, ihnen nun den aktuellsten Bericht hier auf unserer Internetseite als ungekürzte Originalfassung an die Hand zu geben.

Viel Spaß beim Lesen des aktuellen Berichts aus Bénin!

 

 

Liebe Gemeinde,

 

 

nun sind es schon mehr als 4 Monate, die ich hier in Bénin lebe.

Eine Wahnsinnig lange Zeit, dabei kommt es mir bei all den Eindrücken gar nicht so lang vor. Ein Punkt, an dem ich allerdings die Länge meines Aufenthalts merke, ist die immer größer werdende Vertrautheit zu den Kindern und der Vergleich zu meinen bisherigen Auslandsaufenthalten. Ich hatte das Privileg schon viel von der Welt sehen zu dürfen aber bisher waren es wirklich Reisen und Erlebnisse für sich. Dieses Mal ist es eine ganz eigene Welt. Man baut ein zu Hause auf. Wenn auch nur auf Zeit, die Bindung zu den Menschen kommt von ganz alleine und das Gefühl, vom Markt oder nach dem Urlaub ‚nach Hause zu fahren‘ wächst und wächst.

Zwischen dem letzten Bericht und diesem ist viel passiert. Ein Weihnachten mit super Chaos bei über 35 Grad, ein wunderschöner Urlaub, vermeintlich einkehrender Alltag und nicht zu Letzt der Geburtstag meiner Mitfreiwilligen.

Viele von Ihnen sind bestimmt sehr interessiert daran zu erfahren, wie Weihnachten in einer fernen Welt, wie dieser gefeiert wird. Gibt es Ähnlichkeiten? Bekommen die Kinder Geschenke? Wird viel getanzt und gesungen? All diese Fragen kann ich mit einem lächelnden JA beantworten.

 

 

Geschenke zu Weihnachten

Der Monat Dezember war sehr durcheinander und neben dem eintrudelnden Alltag machten meine Mitfreiwillige und ich uns ständig auf den Weg zum Markt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt jedes Kind an Weihnachten zu bescheren, wenn auch nur durch Kleinigkeiten. Für dieses Vorhaben sammelten wir im Voraus Spenden.

Wir legten einen Festbetrag für jedes Kind auf 500 Cfa fest (umgerechnet ca. 80ct) und sammelten Ideen, wie sich diese Summe aus verschiedenen Kleinigkeiten zusammensetzen kann. Außerdem stellte sich nach einem Gespräch mit dem Pastor heraus, dass an Weihnachten die Kinder, die von der lokalen Organisation in Gastfamilien betreut werden, zu Besuch kommen. Bei der Frage, um wie viele es sich handeln würde, bekamen wir die Antwort es würde es auf 150 Kinder begrenzen wollen, da wir nicht genug Platz für alle hätten. Gut, der Gedanke mit 150 Kindern und unseren eigenen- sprich gesamt 219 Kindern und noch die Kinder des Pastors selbst also 225 Kindern Weihnachten zu feiern war schon eine ganze Ecke größer.

Da wir wirklich genug Geld zur Verfügung hatten, stellten wir uns auch noch der Herausforderung für alle Kinder am 25. Dezember (hier das Weihnachtsfest) kleine Tüten gefüllt mit Süßigkeiten auszuteilen. Sprich man packe 230 Süßigkeitentüten. 

Anfang Dezember trödelten wir dann immer mal wieder über den Markt und kauften die ein oder andere Kleinigkeit an Geschenken für die Kinder. So fiel uns eine Woche vor Weihnachten auf, dass uns doch ziemlich viele Sachen fehlten. Der Plan hieß also die komplette Woche vor Weihnachten auf dem Markt zu verbringen und nicht nach Hause zu kommen, bevor man nicht alles hatte.

 

Die Vorweihnachtszeit in Bénin

Was es hier mit der Vorweihnachtszeit auf sich hat:

Der Advent wird hier nicht richtig gefeiert. Weihnachten ist zwar ein riesen Fest aber das ist dann auch einfach da. Da gibt es nichts groß mit ‚Einstimmung‘. Weihnachten selbst hat uns dann erst auf den Boden geholt. Am 24. war nichts vom kommenden Weihnachtsfest zu bemerken, außer, dass es geplant war abends in den Gottesdienst zu gehen. Dieser sollte um 20 Uhr losgehen und mit allen Kindern besucht werden. Es sollte also um 19 Uhr das Waisenhaus verlassen werden. Nach einigem Hin und Her ging es dann nur für die Älteren zum Gottesdienst, welche auch pünktlich waren. Durch das verspätete Abendessen und einige Missverständnisse kamen meine Mitfreiwillige und ich dann gegen 21 Uhr in den Gottesdienst. Wir waren zu unserer Überraschung nicht die Einzigen mit Verspätung und somit fiel das auch keinem weiter groß auf.

 

 

Mein persönliches Weihnachtsfest

Die Fahrt dorthin war mein persönlicher Weihnachtsmoment 2017. Marie, meine Mitfreiwillige, ist wieder einmal gefahren (Wir haben ein kleines Mofa hier zur Verfügung). Es war stockduster und wirklich kalt. So ein bisschen hat es mich an zu Hause erinnert. Dann holte ich mein Handy raus und machte zwei Weihnachtslieder an. Ja, da war er. Der Geist der Weihnacht. Angekommen wurden wir dann wieder daran erinnert, dass beninisches Weihnachten wenig mit unserem Weihnachten zu tun hat und es wurde gesungen getanzt und gelacht. Wir hatten wirklich Spaß und haben selbst viel mitgetanzt. 

 

 

Nachdem der Gottesdienst dann komplett auf den lokalen Dialekt ‚Fon‘ wechselte, entschieden wir uns nach Hause zu fahren. Zu Hause angekommen blickten wir in viele eher traurige Kindergesichter, die nicht mit in die Kirche durften. Wir entschlossen uns also Lächeln in diese Gesichter zu zaubern und fingen an mit ihnen zu singen und Witze zu machen.

 

Nach geraumer Zeit begaben Marie und ich uns in unser Zimmer und feierten unser eigenes kleines ganz harmonisches Fest. Es war unbeschreiblich schön. Mit Zimtsternen, Stollen, Spekulatius und vielen mehr bescherten wir uns gegenseitig unter unserem improvisierten Weihnachtsbaum- zwei Palmenzweige in einen Topf voller Sand gestellt. Es war einfach schön :)

 

Auch am 25.12., Weihnachten, sollten wir wieder einmal von der Spontanität der Beniner herausgefordert werden. Überrascht wurden wir an diesem Tag von der Anzahl der Kinder. Eigentlich war geplant, dass uns 150 Gastkinder aus Familien besuchen sollten, um gemeinsam mit uns zu feiern. Leider waren es zum Schluss nur 20. Mit unseren eigenen fast 70 Kindern waren es zwar immer noch genug, aber die Anzahl der vorbereiteten Geschenke war somit zu hoch.

Die Tagesabläufe waren am 25. und 26. neben unseren Bescherungen relativ ähnlich:

Essen, singen, tanzen, spielen, essen, tanzen, tanzen, essen, tanzen.

 

 

Urlaub in Grand Popo und Ouidah

Am 27. 12. ging es dann früh für meine Mitfreiwillige und mich in den Urlaub. Diesen hatten wir uns nach der Weihnachtsvorbereitung wirklich verdient. Durch die schönen Tage zuvor fiel es mir persönlich aber wirklich nicht leicht zu gehen.

 

Unsere Woche Urlaub verbrachten wir in zwei Städten Benins direkt am Meer- Grand Popo und Ouidah. Unsere Tage waren sehr passiv und wir verbrachten die meiste Zeit im Bett und Strand. 

Wir haben wirklich mal richtig entspannen können und das ein oder andere schöne Gespräch mit den anderen Freiwilligen, mit den wir den Urlaub verbrachten, geführt. Bei all der Entspannung musste ich feststellen, dass mir die Kinder gar nicht so sehr gefehlt haben, wie ich es gedacht habe. Um ehrlich zu sein war ich sehr froh mal meine Ruhe zu haben.

 

 

Arbeit im Waisenhaus

Mit dem Eintreten durch das Tor des Waisenhauses am 02.01.18 kam schlagartig mit einmal alles auf mich zu und ich merkte, was mir doch alles gefehlt hatte. Die Begrüßung der Kinder war überwältigend und ich habe mich mindestens genauso gefreut wieder zurück zu sein, wie die Kinder.

Nach dem Urlaub war ich leider erst einmal krank. Der Schnupfen und Husten hält bis jetzt an und ich hoffe sehr, dass ich bald wieder tief durchatmen kann.

Momentan arbeiten meine Mitfreiwillige und ich an der Umsetzung von drei AGs. Zum einen einer Turn AG, einer Tanz AG und einer Lesegruppe. Durch eine große Überraschungsparty anlässlich des Geburtstags von Marie verzögerte sich deren Umsetzung. Uns besuchten nämlich spontan Mitte Januar 5 Freiwillige unserer Organisation aus anderen Projekten. Den Samstag nach Maries Geburtstag feierten wir also mit einem traditionellen deutschen Kindergeburtstag. Dank der Mithilfe der anderen Freiwilligen und des Pastors stellte ich ein buntes Programm von Topfschlagen bis Brezn schnappen auf die Beine. Zum Höhepunkt der Feier kochten wir dann das erste Mal Pudding über offenem Feuer für alle Kinder. Es gelang uns erstaunlicherweise ziemlich gut.

 

Nach einer kleinen Heimweh-Phase arbeiten wir jetzt an weiteren Ideen den Alltag der Kinder ein bisschen kreativer zu gestalten und suchen für diverse Projekte Spenden.

Zum einen fehlt mir noch ein großer Teil an Spenden, die ich für meine Organisation über das Jahr aufbringen soll, zum anderen haben meine Mitfreiwillige und ich seit Beginn unseres Aufenthalts ein Projekt unserer Vorfreiwilligen am Laufen.

 

Es ist eine Art Bank und ein Geschäft. Die Kinder verdienen mit guten Noten und guter Mitarbeit bei den Hausaufgabenbetreuungen Geld und bekommen dies auf eine Art Konto bei uns gut geschrieben. Dies können sie entweder abheben oder sich in Bonbons oder anderen Kleinigkeiten aus unserem ‚Geschäft‘ auszahlen lassen. Es handelt sich wirklich um kleine Geldbeträge:

Die Noten allgemein gehen von 0-20 Punkte:

Für 12-14 Punkte bekommen sie 25 Cfa also 4ct

15-17 Punkte – 50 Cfa also 8ct

18-19 Punkte- 100 Cfa also 15ct 

und bei 20 Punkten also voller Punktzahl können sie entweder 200 Cfa bekommen (30 ct) oder sie dürfen sich ein Geschenk wünschen, für das wir etwa 1.000-1.500 Cfa also 1.50-2 Euro ausgeben.

Für dieses Projekt haben wir bisher eine monatliche Spende von 20 Euro zur Verfügung. Wir mussten leider feststellen, dass bei der Anzahl der Kinder das Geld leider nicht ausreicht.

Darum suchen wir momentan 2-3 Leute, die bereit wären uns monatlich 5-10 Euro zu überweisen.

Vielleicht finden Sie das Projekt auch so sinnvoll, wie wir und würden es unterstützen. Wir freuen uns wirklich über jeden, der helfen kann. Es geht um die Monate Februar bis inkl. August. 

Spenden für dieses Projekt bitte auf mein privates Konto.

 

Für Interessierte an meiner Arbeit können Sie mich gerne unter benin@syhre.com persönlich erreichen oder diese auch an Bekannte und Interessierte weitergeben.

 

Mit vielen Grüßen direkt aus Bénin

Antonia Syhre 


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