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Interreligöses Wochenende

Kalligraphie und interreligiöser Dialog in St. Peter

Am 3. und 4. März wurden die neu aufgestellten Tafeln der Gemeinde und der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach Grußworten unter anderem von Bürgermeister Sandro Zehner und der früheren Pfarrerin (und Mitinitiatorin der Ausstellung) Ilka Friedrich, begeisterte am Samstagabend ... Klicken um den kompletten Artikel zu lesen...

Wer heute unsere Kirche St. Peter auf dem Berg in Bleidenstadt betritt, dem fällt auf, dass sich etwas verändert hat. Die beiden kalligraphisch gestalteten Schrifttafeln, die seit dem Ende der Ausstellung „Gottespoesie“ im Jahr 2012 rechts und links vom Altarraum angebracht waren, hängen nun, gemeinsam mit einer dritten Schrifttafel in der rechten vorderen Ecke. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den Fragen der Kunst und des interreligiösen Dialogs hat der Kirchenvorstand im Sommer 2017 beschlossen, bei dem Künstler Shahid Alam eine dritte Tafel in Auftrag zu geben. Zu der jüdischen und der muslimischen Tafel tritt nun die christliche Tafel, auf der die ersten Verse des Johannesevangeliums zu sehen sind. Mit der Aufstellung des neuen Ensembles soll die gegenseitige Bezogenheit der drei abrahamitischen Religionen zum Ausdruck gebracht und die Besucher der Kirche zum Nachdenken über die eigene und die anderen Religionen gebracht werden.  

 

Am 3. und 4. März wurden die neu aufgestellten Tafeln der Gemeinde und der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach Grußworten unter anderem von Bürgermeister Sandro Zehner und der früheren Pfarrerin (und Mitinitiatorin der Ausstellung) Ilka Friedrich, begeisterte am Samstagabend das Mainzer Klezmer-Duo „Klezmers Techter“ mit flotter jüdischer und arabischer Musik die Besucher der Kirche. Anschließend führte Shahid Alam in einer Kalligraphie-Performance in die Geheimnisse der arabischen Kalligraphie ein.

 

Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst, der musikalisch von Stephan Breith begleitet wurde. Shahid Alam kam in einer Trialog – Predigt mit Pfarrerin Esther Kutscher-Döring und Pfarrer Christian Albers über den Johannesprolog und die Kunst der Kalligraphie ins Gespräch. Ein besonderer Höhepunkt folgte auf den Gottesdienst, als Vertreter der drei Religionen miteinander über ihren eigenen Glauben und die Wahrnehmung der anderen ins Gespräch kamen. Dr. Jürgen Micksch, Geschäftsführer des Abrahamischen Forums, moderierte das Podium, an dem der jüdische Religionslehrer Mark Krasnov, die muslimische Pädagogin Yasar Songül und unsere Gemeindepädagogin Britta Nicolay teilnahmen. Damit wurde erfüllt, was sich der Kirchenvorstand mit der Neuinstallation der drei Tafeln erhofft hat: Wir hören aufeinander und reden miteinander. Gerade in der heutigen Zeit erscheint dies wichtiger denn je. Beim anschließenden Mittagessen an „Abrahams Tisch“ sind viele Besucher dem Aufruf gefolgt und haben sich über ihre eigenen Erfahrungen mit den Religionen ausgetauscht.

 

Für die Evangelische Kirchengemeinde Bleidenstadt bildet die Installation des Ensembles aus künstlerischer Perspektive den Abschluss eines Projekts, das mit der Ausstellung „Gottespoesie“ 2012 seinen Anfang nahm. Das interreligiöse Gespräch, das gegenseitige Zuhören, der Abbau von Vorurteilen und die Förderung von Frieden und Toleranz wird die Arbeit der Kirchengemeinde auch weiterhin bestimmen.

 

Die Evangelische Kirchengemeinde dankt den Unterstützern:

  • Zentrum Ökumene der EKHN und der EKKW
  • Stiftung Nadelöhr
  • EKHN-Stiftung
  • Bürgerstiftung Taunusstein
  • Abrahamisches Forum
  • Ev. Dekanat Rheingau-Taunus
  • Private Spender und Spenderinnen

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